Suppen der Rezept Tipp

Vorgestellt wird hiermit die Zubereitung einer besonderen Kartoffelsuppe mit der Bezeichnung Kartoschka, die auf ihren Ursprung aus dem russisch-bulgarischen Raum hinweist.

Selbstverständlich starten wir mit dem Zerschneiden roher, geschälter Kartoffeln in Würfelstückchen. Auf die Größe und Mengenangaben legt sich das Rezept in diesem Fall nicht fest, da es dem Geschmack des Kochs bzw. seiner Gäste überlassen bleibt, ob die Suppe schließlich eher dünnflüssig oder etwas gehaltvoller sein soll. Mit anderen Worten: In den Ursprungsgebieten verhielt es sich immer so, dass nur "Marek" oder "Sascha" diese Suppe zubereiten sollten; manche Köche können es und andere eben nicht so.

Das Besondere an der Kartoschka ist, dass die Kartoffelstücken in einer Hühnerbouillon gegart werden. Also zuvor muss ein Huhn ausgekocht werden, dass kann ggf. auch nur ein billiges Suppenhuhn sein, wenn man keinen Wert auf Hühnerfleisch legt (optional). Die Garzeit beträgt übrigens nicht 20 Minuten, wie bei Kartoffeln üblich. Da die Stücken recht klein sind, sollte man 15 Minuten nicht überschreiten, eher etwas weniger ansetzen.

Während die Kartoffelstücken köcheln werden Zwiebeln und Knoblauch so klein wie möglich geschnitten. Auch hierbei ist die Menge wieder eine ganz individuelle Geschmacksfrage. Die Kartoschka läd also den Koch zum Experimentieren ein. Nach der 20. Zubereitung hat er den Bogen raus, und alle werden rufen: "Hans-Peter" soll sie machen. Dieser Zwiebel-Knoblauch-Brei wird mit guten Portionen Salz und gemahlenem schwarzen Pfeffer vermengt und in einer großen Tasse möglichst mit einem Mörser sehr fein verstampft, wobei aus den Zwiebeln der Saft ausgepresst werden darf. Dieser Brei wird in der Suppe gleichmäßig verrührt ca. 3 Minuten vor Ende des Garvorgangs. Die guten Stoffe in dem Brei sollen nicht verkocht werden.

Optional kann nun auch noch etwas (nicht zu dominant !) von dem Hühnerfleisch hinzu gegeben werden. Dies erfordert aber etwas Mühe, weil es zuvor in möglichst kleine Fasern zu zerteilen ist. Die kleinen Fleischfasern sollen sozusagen nur andeutungsweise gleich einem "Hühnergewürz" in der Suppe schwimmen. Große Fleischstücken werden der Kartoschka nicht gerecht.

Zum Abschluss, wenn die Suppe bereits auf Tellern oder auch in Tontöpfchen oder Steingut serviert wird, darf noch eine ordentliche Portion Petersilie, oder Oregano, ggf. auch Salbei oben drauf gestreuselt werden, also Gewürze, die die Küche vielleicht sogar eher zufällig gerade hergibt, da ist die Kartoschka flexibel.

Der Ursprung der Kartoschka, so wird vermutet, hat etwas damit zu tun, dass gerade die zinkhaltige Hühnerbouillon oft kranken Menschen verabreicht wurde, z. B. bei starker Erkältung, Grippe, aber auch bei Magen-Darm-Beschwerden, Verletzungen, Entzündungen und anderem Unwohlsein. Da kranke Menschen oftmals keinen Appetit haben, wurde hier der Versuch gemacht, den Appetit durch besondere Anregung der Geschmacksnerven (auch Geruch) zu aktivieren.